IG Metall Jena-Saalfeld und Gera
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16.07.2019, 06:07 Uhr

Warnstreik bei Wertbau am Daßlitzer Kreuz – Unser gutes Recht

  • 16.04.2019
  • Aktuelles

Am Montag hat die IG Metall Gera die Beschäftigten der Firma Wertbau zum Warnstreik aufgerufen. Dazu Franziska Wolf von der IG Metall aus Gera:

„Wir haben heute die Beschäftigten in der Früh- und Spätschicht hier bei Wertbau zum Warnstreik aufgerufen, um gegenüber der Betriebsleitung ein klares Zeichen zu setzen. Nachdem der Betriebsrat vergangene Woche die Mehrarbeit für die Beschäftigten abgelehnt hat weigert sich die Betriebsleitung mit der IG Metall in Verhandlungen zu treten. Aber das ist noch lange nicht die einzige Provokation der Betriebsleitung gegenüber den Beschäftigten.“

Rechtlich gesehen haben Betriebsräte gar keinen Einfluss auf die Verhandlungen zwischen IG Metall und Arbeitgeber. Sowohl das Betriebsverfassungsgesetz als auch das Tarifvertragsgesetz stellen dies auch eindeutig dar. Wenn Betriebsräte auch Funktionen in gewerkschaftlichen Gremien ausüben, wie beispielsweise in Tarifkommissionen, machen sie das als Mitglieder der IG Metall.

Die Ablehnung von Mehrarbeit ist kein Arbeitskampfmittel für die IG Metall, sondern eine notwendige Schutzmaßnahme die der Gesetzgeber dem Betriebsrat zusieht. Bei Wertbau wurde die Mehrarbeit vom Betriebsrat abgelehnt um die Belegschaft vor dauerhafter Überlastung und Mehrarbeit zu schützen.

Franziska Wolf kommentierte das Vorgehen auf dem Warnstreik folgendermaßen: „Wenn die Betriebsleitung der Meinung ist die Belegschaft hier erpressen zu können, nach dem Motto: „Macht ihr erstmal schön weiter Mehrarbeit, dann sind wir vielleicht bereit zurück an den Verhandlungstisch zu kommen.“, dann haben sie sich aber gehörig geschnitten.

Die Kolleginnen und Kollegen hier wollen ein ordentliches Angebot sehen, einen Lohn von dem die Beschäftigten anständig leben können und Arbeitszeiten die zum Leben passen. Das muss drin sein!“

Während des Warnstreik hat die Betriebsleitung die Tore zum Werksgelände schließen lassen, die Beschäftigten konnten weder auf Toilette noch in die Pausenräume oder zu ihren privat PKW’s. Zur Sicherheit wurde auch noch ein privater Wachschutz engagiert. Schon in der vergangenen Woche hat die Betriebsleitung versucht die polnischen Kolleginnen und Kollegen bei Wertbau im Einzelgespräch unter Druck zu setzen und von gewerkschaftlichen Arbeitskämpfen auszunehmen. Das alles hat aber nicht dazu geführt das der Warnstreik irgendwie geschwächt wurde. Im Gegenteil.

Die Kolleginnen und Kollegen bei Wertbau sind bereit für ihre Forderungen weiter zu kämpfen. Nachdem die Beschäftigten auf dem Warnstreik miteinander diskutiert haben wie es weitergehen soll wurde deutlich: Warnstreik ist unser gutes Recht und wir lassen uns nicht spalten.


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