18.08.2026 | Christoph Ellinghaus ist am gestrigen Montag gestorben. Wir trauern um den Ersten Bevollmächtigen der Geschäftsstellen Jena-Saalfeld und Gera. Er erlag im Alter von 56 Jahren einem Herzinfarkt. Wir alle sind geschockt und in Gedanken bei den Angehörigen.
Für alle, die ihn kennen lernen und mit ihm arbeiten durften, wiegt der Verlust schwer. Wir behalten ihn in Erinnerung als Mensch, der sich mit seinen überragenden Fähigkeiten für andere einsetzte.
Christoph Ellinghaus wurde am 29. Januar 1970 in Frankfurt/Main geboren. Er engagierte sich seit Jugendtagen politisch und solidarisch. Seit den 1990er-Jahren war er in der Gewerkschaftsarbeit tätig, unter anderem als Jugend- und Gewerkschaftssekretär der IG Metall in Ostthüringen. Er wurde 2020 zum Ersten Bevollmächtigten der beiden Geschäftsstellen Jena-Saalfeld und Gera gewählt und vier Jahre später mit 100 Prozent in seinen Ämtern bestätigt.
Als Bevollmächtigter brachte er zusammen mit Franziska Wolf und dem Team eine strategische Neuausrichtung der Gewerkschaftsarbeit auf den Weg. Neben starken Tarifabschlüssen gehörten gewerkschaftliche Erschließungen von Betrieben, die Stärkung der Tarifbindung, die Angleichung an Flächentarife und der Kampf gegen Ost-West-Ungleichheiten zu den sichtbaren Erfolgen seit 2020. Zuletzt initiierte er eine Kampagne gegen eine Deindustrialisierung, deren Ausmaß an die 1990er-Jahre erinnert und ein mutiges Gegensteuern erfordert. Sein strategisches Denken fand über Gewerkschaftskreisen hinaus hohe Anerkennung. Auch die Vernetzung mit Gewerkschaften und sozialen Bewegungen anderer Länder war ihm eine Herzensangelegenheit.
Über seine Gewerkschaftsarbeit hinaus engagierte sich Christoph Ellinghaus für ein demokratisches und soziales Miteinander, gegen globale Ungleichheiten, für den Frieden und im Kampf gegen Rechtsextremismus. Er war aktiv an gewaltfreien Protesten und Blockaden gegen Neonazi-Aufmärsche in Thüringen und ganz Mitteldeutschland beteiligt. Zu seinem Vermächtnis gehört ein antifaschistisches „Nie wieder!“