Tarifabschluss bei TALLAG in Rottenbach: Sattes Plus auf dem Lohnzettel

18.11.2025 | Nach zehn harten Verhandlungsrunden meldet die IG Metall Jena-Saalfeld einen Tarifabschluss bei der TALLAG GmbH in Rottenbach. Der neue Tarifvertrag gilt rückwirkend zum Juli 2025 und erfüllt zentrale Forderungen der Beschäftigten. Kernpunkte sind 11 Prozent höhere Löhne; Angleichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld an das Mutterhaus in Saalfeld (Weihnachtsgeld steigt von 400 Euro auf 50 % eines Monatsentgelts, das Urlaubsgeld steigt von 400 Euro auf 70 % eines Monatsentgelt) sowie zwei zusätzliche freie Tage für Schichtarbeiter.

„Zum Jahresausklang gibt es ein sattes Plus auf dem Lohnzettel! Das haben sich unsere Kolleginnen und Kollegen nicht nur durch ihre Arbeit verdient, sondern auch durch ihre Kampfstärke im Tarifkonflikt über zehn harte Runden. Der Abschluss ist in zentralen Punkten ein starkes Ergebnis“, so Gewerkschaftssekretär Christian Patho von der IG Metall Jena-Saalfeld. „Wir konnten beim Urlaubs und Weihnachtsgeld wichtige Forderungen zur Angleichung durchsetzen. Auch bei der Lohnkluft zum Mutterhaus in Saalfeld machen wir mit plus 11 Prozent einen gewaltigen und dringend notwendigen Schritt. Man darf nicht vergessen: Die unterste Lohngruppe lag bisher bei 14,38 Euro pro Stunde. Natürlich werden wir in den kommenden Jahren weiter mit aller Kraft auf zusätzliche Entgelterhöhungen drängen.“

Besonders positiv hebt Gewerkschaftssekretär Patho hervor, dass die Belegschaft durch den Konflikt enger zusammengerückt ist. Die Beschäftigten haben eindrucksvoll erfahren: Kämpfen bringt was! Dass wir während der Tarifrunde einen Mitgliederzuwachs von rund 30 Prozent im Betrieb verzeichnen konnten, stärkt unsere Kampfkraft für die Zukunft. Im Fokus wird nun nicht mehr nur Saalfeld stehen, sondern auch der Thüringer Flächentarif.

Ein offener Streitpunkt bleibt die sogenannte Maßregelungsklausel
„Die Arbeitgeberseite möchte ihre Konfliktstrategie nicht grundlegend ändern. Anstatt mit uns über eine Maßregelungsklausel den harten Tarifkonflikt wie üblich zu befrieden, steht nun ein Nachspiel vor Gericht an. Dass die TALLAG hier bundesweit einen Sonderweg riskiert, dürfte unsere Position mit einem TALLAG-Urteil am Ende weiter stärken", so Patho. „Gut für die Beschäftigten ist, dass es uns gelungen ist, mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren, bis zur Klärung auf weitere arbeitsrechtliche Schritte zu verzichten. Was jedoch wirklich schmerzt: Kosten, die dem Arbeitgeber entstehen, hätte dieser auch in die Belegschaft und den Betrieb investieren können. Unsere Mitglieder sind dank Rechtsschutz fein raus.“

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