Resolution der Tarifkommissionen der Metall- und Elektroindustrie im Bezirk Mitte zur Tarifbewegung 2021

  • 19.02.2021
  • Aktuelles

Die Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie im Bezirk Mitte haben in den ersten Verhandlungen kaum Fortschritte gebracht. Die Arbeitgeber sind offenbar nicht bereit, Verhandlungen über unsere Themen Zukunfts- und Beschäftigungssicherung, einer fairen Entgeltentwicklung und besseren Regelungen für Auszubildende und dual Studierende zu führen.

Die Beschäftigten gehen jeden Tag an ihre Grenzen, damit die Betriebe auch unter Pandemiebedingungen weiter funktionieren. Flexibilität, kurzfristige Schichtausfälle oder Mehrarbeit, Infektionsrisiken auf dem Arbeitsweg und im Betrieb, zusätzliche Belastungen durch Masken, Doppelbelastungen durch mobiles Arbeiten, Homeoffice und Kinderbetreuung – die Liste lässt sich weiter fortsetzen. Kurzarbeit, unbezahlte Arbeitszeitabsenkung und Belegschaftsbeiträge aufgrund von Ergänzungstarifverträgen, haben bei vielen Beschäftigten zu Entgelteinbußen geführt. Die Beschäftigten verdienen Anerkennung, Sicherheit und Respekt! Das Verhalten der Arbeitgeberverbände ist das genaue Gegenteil!

Sie lassen sich nicht darauf ein, mit uns über die Gestaltung der Zukunft der Betriebe zu reden! Stattdessen wollen sie mittelfristig keine Entgelterhöhungen zahlen. Mit ihren Forderungen nach einer automatischen Differenzierung von Tarifabschlüssen und einer variablen Ausgestaltung von Sonderzahlungen, wollen die Arbeitgeber den Flächentarifvertrag aufweichen und das unternehmerische Risiko noch weiter auf die  Beschäftigten übertragen. Damit sorgen sie für großen Unmut in den Belegschaften. 

Die Tarifkommissionen der IG Metall im Bezirk Mitte fordern deshalb die Arbeitgeber auf, umgehend ihren Kurs zu korrigieren und gemeinsam mit uns nach Lösungen für die Themen dieser Tarifbewegung zu suchen - und zwar: 

  • Beschäftigungssicherung
  • Zukunftstarifverträge
  • Entgeltentwicklung
  • eine moderne, sichere und tarifgebundene Ausbildung und duales Studium
  • Angleichung Ost

Die Tarifbewegung 2021 kann nur gelöst werden, wenn es zu allen von uns aufgerufenen Themen ein belastbares Ergebnis gibt! 

Die Mitglieder der Tarifkommissionen der Mittelgruppe und Thüringen haben diese Positionen in ihren Betrieben diskutiert und sowohl in der Belegschaft als auch durch entsprechende Beschlüsse in den Gremien verankert.

Die IG Metall-Aktiven in den Mitgliedsbetrieben der Tarifkommissionen haben alle Maßnahmen getroffen, um Aktionen und Warnstreiks durchführen zu können und bereiten weitere Arbeitskampfmaßnahmen vor – wenn nötig bis hin zu Urabstimmung und Streik!

Solange die Tarifbewegung nicht durch zufriedenstellende Lösungen beendet ist, können keine weiteren betrieblichen Abweichungen von Flächentarifverträgen vereinbart werden!

Im Hinblick auf den verantwortungsvollen Schutz der Gesundheit der Beschäftigten stellen wir fest:

Die Belastung von Beschäftigten in der Pandemie ist generell größer als unter normalen Umständen.

Jede Ausweitung der Arbeitszeit führt zu einer weiteren Steigerung der Belastung. Die emotionale Belastung der Beschäftigten durch das Schüren von Sorgen und Ängsten durch die Arbeitgeber muss dabei ebenfalls berücksichtigt werden.

Jede Ausweitung der Arbeitszeit führt darüber hinaus zu einer Zunahme von Infektionsrisiken.

Diesen Umständen tragen wir Rechnung und werden einer Ausweitung der Arbeitszeit beispielsweise durch Mehrarbeit und Sonderschichten grundsätzlich nicht, beziehungsweise nur sehr restriktiv, genehmigen können.

Wir fordern die Arbeitgeber mit Nachdruck auf, gemeinsam mit uns nach Lösungen für die drängenden Fragen zu suchen und die Zukunft der Metall- und Elektroindustrie gemeinsam und konstruktiv zu gestalten.

Frankfurt, den 18.02.2021

IG Metall Bezirk Mitte