Nicht auf unserem Rücken: Aufruf zum IG Metall Aktionstag am 29.10.2021

  • 25.10.2021
  • Aktuelles

im Zuge der nahenden Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP ruft die IG Metall bundesweit zu einem Aktionstag am 29.10.2021 auf. Los geht es in Ostthüringen schon am 28.10.2021 mit je einer Aktion in Saalfeld und im Raum Schmölln/Altenburg. In Jena wird es am Freitag den 29.10.2021 ab 14:00 bis ca.15:00 auf dem Holzmarkt eine Kundgebung der IG Metall geben um die Forderungen der Gewerkschaft nach einem sozialem Wandel deutlich zu machen.

Die ersten Eckpunkte aus den Sondierungen machen deutlich wer die Kosten für die Corona Krise zahlen soll – die breite Masse der Bevölkerung und nicht die Gewinner der Krise. Auch bei den Themen: Klima, Wohnen und soziale Sicherheit bleibt nach dem Sondierungspapier der Eindruck einer neoliberalen Allianz.

Wir sagen: NICHT AUF UNSEREM RÜCKEN!

AM 29. OKTOBER TRAGEN WIR GEMEINSAM UNSERE FORDERUNGEN AUF DIE STRASSE, SICHTBAR UND UNMISSVERSTÄNDLICH – UND WIR SIND NICHT ALLEINE!           

Bundesweit werden wir Metallerinnen und Metaller deutlich machen, was wir von der Politik und den Arbeitgebern erwarten. Denn es ist „5 vor 12“.

Die Kosten der Corona Krise dürfen nicht die Beschäftigten tragen, sondern die Krisengewinner der letzten Monate. Als IG Metall Jena-Saalfeld stehen wir für eine sozial-gerechte und ökologische Umgestaltung der Produktion. Wir wollen das die Beschäftigten eine Perspektive in den Betrieben hier in der Region haben und die nächsten Generationen eine lebenswerte Zukunft. 

Wir nehmen die Verantwortlichen in die Pflicht: Von der kommenden Bundesregierung verlangen wir ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland mit guten und sicheren Jobs, bezahlbarer Mobilität und erschwinglicher Energie für alle!  

Wir nehmen die Arbeitgeber in die Pflicht: Sie müssen investieren, Beschäftigte qualifizieren und belastbare Zukunftsstrategien entwickeln.Wir können sie entwerfen, entwickeln und bauen, die innovativen und nachhaltigen Produkte der Zukunft. Wenn man uns lässt! 

Dieser Umbau kann nur gelingen, wenn die Beschäftigten beteiligt und wenn Mitbestimmungsrechte ausgebaut werden. Dafür setzen wir uns ein. Nur so können wir sicherstellen, dass Produktion, Entwicklung und Innovationsfähigkeit erhalten bleiben. 

Für uns ist klar: die Politik muss ihre Handlungsspielräume gegenüber der Wirtschaft zurück erobern. Denn der Wandel lässt sich nur mit einem aktiven Staat bewältigen. Einem Staat, der sich seiner Verantwortung bewusst ist und der den Umbauprozess nicht den sogenannten freien Marktkräften überlässt. Andernfalls drohen soziale und ökologische Standards auf der Strecke zu bleiben. 

Wir wollen den sozial-ökologischen Umbau der Industriegesellschaft und wirksamen Klimaschutz mit dem Erhalt bestehender und der Schaffung neuer, guter und sicherer Arbeitsplätze kombinieren. Dafür braucht es eine aktive Politik für die Zukunft der Industrie. 

Deshalb gehen wir am 29. Oktober in vielen Städten gemeinsam mit zehntausenden Metallerinnen und Metallern auf die Straße – sei dabei! 

Die Arbeitgeber wollen die Gunst der Stunde nutzen, um erkämpfte Mitbestimmungsrechte und tarifliche Leistungen zurückzufahren und arbeitsmarktpolitische sowie sozialstaatliche Errungenschaften abzuwickeln. Dem stellen wir uns entgegen wir brauchen einen leistungsfähigen Sozialstaat mehr denn je!

Das fordern wir von der kommenden Bundesregierung:

▸ Sichere Brücken in die Arbeitswelt von Morgen – keine Entlassungen in der Transformation!

▸ Zukunftsfähige Arbeits- und Ausbildungsplätze – an unseren Standorten, in unseren Regionen. Klimaschutz geht nur mit guter Arbeit.

▸ 500 Milliarden Euro öffentliche Zukunftsinvestitionen bis 2030.

▸ Eine solidarische Finanzierung. Lasten undund Kosten gerecht verteilen. Krisengewinner zur Kasse bitten!