Jubilarfeier

Jubilarehrung der IG Metall Mitglieder in Gera

  • 26.09.2017
  • Aktuelles

Gera. Mit einer Jubilarfeier ehrte die IG Metall, Ortsgruppe Gera, ihre langjährigen Mitglieder in der Showbühne Möbelhaus Rieger in Gera. „Es ist eine schöne Tradition in der IG Metall, Kolleginnen und Kollegen zu ehren, die der deutschen Gewerkschaftsbewegung in Treue und Solidarität verbunden sind“, erklärte Matthias Beer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, Geschäftsstelle Gera.

360 Männer und Frauen können auf 25 bis 70 Jahre Mitgliedschaft in der IG Metall zurückblicken. Dabei wurde 44 Mal ein 25-jähriges Jubiläum, 86 Mal eine 40-jährige Mitgliedschaft, 94 Mal eine 50-jährige Zugehörigkeit, 77 Mal ein 60-jähriges Jubiläum und 49 Mal eine 65-jährige Zugehörigkeit gefeiert. Zehn Mitglieder konnten sogar auf eine 70-jährige Zugehörigkeit zur IG Metall stolz sein.

2017 sei ein besonderes Jahr, so Mattias Beer in seiner Laudatio. Er erinnerte an das 500-jährige Bestehen der lutherischen Glaubensgemeinde. „So sagte Luther: „Wie das Fliegen zum Vogel gehört, gehört die Arbeit zum Menschen“, und dem Menschen soll es an seinem Arbeitsplatz natürlich gut gehen und dafür kämpft die IG Metall seit über 125 Jahren“, so Matthias Beer. Den Jubilaren rief er zu: „Ihr seid das, was die IG Metall ausmacht. Ihr habt gemeinsam gestritten für menschliche Arbeit, für Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg, für ein Stück Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft.“

Unter den 220 Mitgliedern, die der Einladung gefolgt waren, war Erhard Bromme aus Starkenberg. Inzwischen ist er 84 Jahre und kann sich noch gut an die Anfänge seiner Gewerkschaftsmitgliedschaft erinnern. Begonnen hat es, wie bei so vielen, mit der Berufsausbildung, die er zwischen 1947 und 1950 zum Dreher in der Maschinenfabrik in Meuselwitz absolvierte. 1953 wechselte er in die Hochfrequenzwerkstatt in Meuselwitz, wurde später Leiter des Werkzeugbaus, machte seinen Meister und seinen Ingenieur. „Wir waren damals Gleiche unter Gleichen, was die Zusammengehörigkeit stärkte. Die Gewerkschaftsgruppe wurde zum Mittelpunkt für uns wo wir auch Rat suchen konnten und Hilfe erhielten.“, meint er. Heute fehlt manchmal das Interesse bei den jungen Leuten für die Gewerkschaft, wirft seine Ehefrau Liane ein. „Denen muss man dann schon erklären, dass vieles in der Arbeitswelt, was für sie heute selbstverständlich ist, einmal hart erkämpft werden musste. Und das ging nur mit der Gewerkschaft“, so die 85-Jährige. Wie Erhard Bromme, blicken inzwischen auch Rudi Nagel (86/Zeulenroda-Triebes), Horst Freyer (85/Gera) und Jan Eric Röde (85/Gera) auf eine 70-jährige Mitgliedschaft zurück.

 Reinhard Schulze  /  26.09.17