IG Metall will sozial-ökologische Transformation mitgestalten

  • 02.09.2021
  • Aktuelles

#Solidarisch in die Offensive. Metallerinnen und Metaller wollen Transformation gestalten!

Rund 320 Betriebsräte und Vertrauensleute debattierten mit Experten der Wissenschaft, von Fridays for Future, dem hessischen Arbeitgeberverband und Praktikern aus den Betrieben über die Herausforderungen einer fairen sozial-ökologischen Transformation. Eine Transformation, die die Metallerinnen und Metaller gestalten wollen, um den Industriestandort und die Beschäftigung abzusichern. Dem entsprechend wurde von den rund 320 Teilnehmenden auf der Konferenz in Fulda eine Resolution (PDF zum Download) verabschiedet.

Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall Bezirks Mitte, kritisierte auf der Konferenz, dass etwa die Hälfte der mehr als 300 befragten Unternehmen in Mitte den anstehenden Strukturwandel schlicht ignoriere oder der Transformation mit dem Abbau von Arbeitsplätzen und Verlagerungen begegne. Er forderte die Arbeitgeber auf, den Umbauprozess mit der IG Metall und den Betriebsräten gemeinsam tarifpolitisch und betrieblich zu flankieren, um Entlassungen zu vermeiden:

„Die Beschäftigten in der Automobil- und Zulieferindustrie sowie in der Stahlindustrie und im Handwerk brauchen Zukunftstarifverträge. Damit können wir Wertschöpfungsketten und Beschäftigung sichern. Auch die IG Metall und die Betriebsräte wollen die Zukunft gestalten. Wir haben keine Angst vor Veränderungen, wir benötigen aber das notwendige Instrumentarium für eine faire - sozial-ökologische - Transformation. Das heißt: Mehr Demokratie im Betrieb und auf Konzernebene,“ sagte Köhlinger in Fulda.

An die Politik richtet Köhlinger den dringenden Appell, sich von der fehlgeleiteten Ausrichtung der letzten Jahre zu verabschieden. Der Umbauprozess erfordere einen starken Staat, einen Staat, der eine aktive Industriepolitik betreibt und den Umbauprozess mit finanziellen Mitteln ausreichend flankiert. „Die Ideologie des schlanken Staates war nie richtig und hat zu einem gigantischen Investitionsstau im Land geführt. Eine mangelnde Digitalisierung, Funklöcher oder die marode Infrastruktur sind dafür nur drei Beispiele.“

Auf der Konferenz in Fulda skizzierte Arbeitsrechtler Prof. Dr. Wolfgang Däubler in seinem Eingangsreferat die rechtlichen Rahmenbedingungen der Mitbestimmung und ihre derzeitigen Grenzen. Betriebsräte aus der Stahl-, Automobil- und Zulieferindustrie ergänzten dies mit Beiträgen aus der Praxis. Nach der Arbeitsgruppenphase fand eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Vertretern des Arbeitgeberverbands Hessenmetall, Betriebsräten und einem Vertreter von „Fridays for Future“ statt.