IG Metall erzwingt Sozialtarifvertrag bei Kelvion

29.08.2026 | Am heutigen Samstag nahmen die Beschäftigten mit einer Zustimmung von über 80 Prozent das Angebot des Managements an, das nach kurzfristig angesetzten Verhandlungen am Freitag bis in die späten Abendstunden vorgelegt worden war. Damit endet der Erzwingungsstreik seit dem 4. August nach vier Streikwochen: Am kommenden Montag wird die Arbeit wieder aufgenommen. Damit ist der Weg frei für eine Übernahme durch einen Investor.

Arbeitermacht bei Kelvion: Erzwingungsstreik endet erfolgreich

„Wir haben mit dem ersten unbefristeten Streik in Ostthüringen seit 35 Jahren einen historischen gewerkschaftlichen Erfolg erzielt. Es ist uns mit Entschlossenheit und Geschlossenheit gelungen, ein Management zu zwingen, Verantwortung für eine mehr als fragwürdige Werksschließung zu übernehmen. Dass die Kolleginnen und Kollegen über Wochen jedem Druck standgehalten haben, zeigt eindrucksvoll, welche Kraft in unseren Kolleginnen und Kollegen steckt, die dieses Werk seit Jahrzehnten stark machen. Hier zeigt sich unsere Arbeitermacht. Unsere Botschaft lautet: Kämpfen lohnt sich!“, so Gewerkschaftssekretär Tom Knedlhanz von der IG Metall Gera.

Mit über 80 Prozent stimmten die IG-Metall-Mitglieder für den angebotenen Sozialtarifvertrag. Dieser sieht unter anderem Abfindungen in Höhe von 1,5 für Beschäftigte (bis 59 Jahre, ab 60 Jahren linear absteigend), eine Transfergesellschaft (4 bis 12 Monate) mit Aufstockung und Qualifizierungsbudget sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis zum 31. Dezember 2026 vor. Wie viele der heute rund 250 Beschäftigten davon Gebrauch machen müssen, ist noch unklar.

Die IG Metall Gera und Jena-Saalfeld vertritt über 14.000 Mitglieder in Ostthüringen. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Fragen der Arbeitswelt in den Bereichen Metall- und Elektroindustrie, Textilindustrie, textile Dienste, Holz- und Kunststoffindustrie sowie den dazugehörigen Handwerken.

 

 

  
Arbeitermacht bei Kelvion: Erzwingungsstreik endet mit Erfolg der IG Metall (Foto: IG Metall)

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