05.09.2025 | Ein Millionengewinn im laufenden Geschäftsjahr, eine gesicherte Auftragslage für die kommenden Jahre – bei der TALLAG Rottenbach GmbH ist jetzt der perfekte Zeitpunkt gekommen, ihre längst überfälligen Verpflichtungen bei der Belegschaft einzulösen. Die IG Metall fordert die Arbeitgeberseite auf, nach fünf ergebnislosen Runden ein verhandelbares Angebot abzugeben.
Seit 2013 steht der Betrieb bei seiner Belegschaft aber mal so richtig dick in der Kreide: aktuell mit knapp 10.000 Euro pro Jahr beispielsweise bei Facharbeitern. Von den seit 12 Jahren vereinbarten Löhnen fehlen derzeit stattliche 27 Prozent. "Wenn jetzt - für Außenstehende stattlich scheinende - 7 Prozent geboten werden, ist das kein großzügiges Angebot, sondern eine irrführend verpackte Bitte um weitere Stundungen. Und: Wenn jemand Verantwortung oder Realismus – auf eigene Kosten – gezeigt hat, dann die Belegschaft mit einem jahrelangen Verzicht. Das darf weder vergessen noch zerredet werden“, so Gewerkschaftssekretär Christian Patho.
Die neuen Großaufträge für die TALLAG Rottenbach GmbH geben eine stabile Basis, um einen Fahrplan für die tarifvertraglich vereinbarte Angleichung an das Mutterwerk in Saalfeld auszuhandeln. Zur Erinnerung: Selbst die Saalfelder Löhne liegen noch unter dem Thüringer Flächentarif.
Für Irritation sorgt eine öffentliche Kritik des Königseer Bürgermeisters Marco Waschkowski an den berechtigten Forderungen der Belegschaft in dem heutigen Artikel der OTZ. „Wenn Begriffe wie kurzsichtig, kontraproduktiv, egoistisch im Bezug auf die vertraglich vereinbarten und längst überfälligen Lohnerhöhungen fallen, stellt sich für uns die Frage: Was glaubt der Bürgermeister eigentlich, wovon die Brötchen beim Bäcker, das immer teurer werdende tägliche Leben oder rapide steigenden Steuern und Abgaben bezahlt werden?“, so Gewerkschaftssekretär Patho.