Dichtmachen ist teuer: AAM stimmt Sozialtarifvertragsbudget in Höhe von 23,7 Millionen Euro zu

14.07.2025 | Das Budget für einen Sozialtarifvertrag mit einem zweistelligen Millionenvolumen hat die IG Metall bei Neumayer Tekfor GmbH erzwungen. Die Vereinbarung umfasst Abfindungen und die Bildung einer Transfergesellschaft, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und den Beschäftigten mehr Zeit für ihre berufliche Orientierung zu geben. Das Traurige bleibt aber: Mit dem Geld hätte auch in die Zukunft des leistungsfähigen Werkes mit einer starken Belegschaft investiert werden können.

Mit zahlreichen Aktionen inklusive mehrerer Warnstreikwellen haben wir die Grundlage für einen Sozialtarifvertrag in Rekordhöhe erzwungen (Foto: Pressebüro Martin)

„Eine Schließung des Betriebes ließ sich auch mit den besten Argumenten nicht verhindern. Unsere Entschlossenheit macht das Dichtmachen richtig teuer! Das Volumen von 23,7 Millionen Euro bei ca. 280 Stammbeschäftigten liegt deutlich höher als alle bislang in der Region vereinbarten Sozialpläne. Auch wenn die vermeidbare Schließung uns alle sehr schmerzt, haben die Kolleginnen und Kollegen mit Geschlossenheit ihre berechtigten Interessen wirkungsvoll vertreten“, so Tom Knedlhanz, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Gera. 

In den kommenden Wochen gehen die Gespräche über die Abwicklung des Betriebes weiter. Die Frage der Verteilung steht noch aus. Hintergrund ist, dass BR und Management noch keinen Interessenausgleich verhandelt haben. Ein solcher Interessenausgleich beschreibt die Maßnahme der Schließung und wirkt sich auf die zu gründende Transfergesellschaft und deren Kosten aus.

Über das Werk in Schmölln     
Das Thüringer Werk der Metal Forming Sparte von American Axle & Manufacturing Inc. (AAM) produziert unter anderem Verbrennerteile wie Nockenwellen, integriert sich aber seit Jahren auch in der E-Mobilität und ist Lieferant von Rotorwellen für E-Antriebe. Seit drei Jahren gehört Neumayer Tekfor Schmölln GmbH zum amerikanischen Automobilzulieferer American Axle & Manufacturing, Inc. (AAM), der in Deutschland auch Betriebe in Hausach, Zell (Baden-Würtemberg), Krauthausen (Thüringen) und Rotenburg (Hessen) übernommen hat. Die aktuelle Auseinandersetzung hatte im Mai begonnen, nachdem sich die Schließungspläne des Managements im Betrieb herumgesprochen hatten. Mit zahlreichen Aktionen inklusive mehrerer Warnstreikwellen erzwangen Gewerkschaft und Belegschaft die Grundlage für einen Sozialtarifvertrag in Rekordhöhe.

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