„Das Sozialforum Jena ist auf einem guten Weg“

  • 21.05.2021
  • Aktuelles

Die IG Metall zählt zu den Gründern des Sozialforums Jena. Dem Zusammenschluss gehören derzeit der Frauen*streik Jena, die Bürgerinitiative für soziales Wohnen in Jena, Iberoamerica, der DGB, die IG Metall und ver.di an. Über die bisherige Arbeit spricht Gewerkschaftssekretär Falk Bindheim mit Horst Martin.

Gewerkschaftssekretär Falk Bindheim

Kürzungen stoppen! Das Sozialforum Jena bei der Kundgebung am 21. Januar

Das Jahr 2021 ist bisher auch für das Sozialforum eine Herausforderung. Wie lautet die Zwischenbilanz?
Das Sozialforum ist auf einem guten Weg, unser solidarischer Ansatz arbeitet: Die Forumsmitglieder unterstützen sich gegenseitig, mobilisieren für die Aktionen und Anliegen der anderen, unterstützen mit Ständen vor Ort und mit Redebeiträgen. Wir sind zusammen auf der Straße und machen gemeinsam Druck – angefangen von erfolgreichen Protesten gegen Haushaltskürzungen über die Tarifbewegung und den Klimastreik bis zur Kundgebung am 1. Mai.

Was steht bei dem Sozialforum Jena aktuell auf der Agenda?        
Wir machen uns Gedanken, wie die Zusammenarbeit weiter gehen kann. Unser solidarischer Ansatz ‚Kämpfe zu bündeln‘ bietet eine wichtige Basis für die anstehenden Konflikte, die aus zunehmenden sozialen Ungleichheiten und dramatischen Folgen der Corona-Maßnahmen entstehen. Unsere Forderung „Ein gutes Leben für alle - statt nur Überleben in der Krise“ sagt dies klar.

Beim HSK-Protest in Jena hat das Sozialforum daran mitgearbeitet, mit Druck von der Straße einen drohenden Sozialabbau zu stoppen.       
Das war ein Prolog, der Mut macht. Wir haben gesehen, dass Protest auch in Zeiten der Pandemie möglich ist und erfolgreich sein kann. Die großen Auseinandersetzungen, wer die sozialen Kosten von Corona trägt, stehen uns aber noch bevor.

Wann ist damit zu rechnen? 
Mit der nächsten Etappe ist sicherlich im Herbst, mit einer neuen Zusammensetzung im Bundestag und voraussichtlich auch im Thüringer Landtag, zu rechnen. Es werden Diskussionen und Entscheidungen über die Verteilung der Corona-Kosten anstehen. Das Sozialforum muss sich vorbereiten, um handlungsfähiger und stärker zu werden, als wir es jetzt schon sind. Dazu gehört die Frage: Wen können wir für unsere Art, Kämpfe zu bündeln, möglicherweise noch gewinnen?

Welche Rolle spielen die Gewerkschaften - hier am Beispiel von Jena - bei gesellschaftlichen Prozessen und Konflikten?     
Unsere Aufgabe – gute Arbeitsbedingungen für ein gutes Leben - ist klar umrissen. Die zentralen sozialen Themen von Einkommen über Wohnen, Antirassismus und Klimagerechtigkeit bis zu Gleichstellung enden nicht vor den Betriebstoren. Als Organisation und für unsere Mitglieder müssen wir kämpfen, dass Solidarität ein hoher Wert bleibt, der sich nicht aus irgendwelchen Sparzwängen opfern lässt und der auch praktisch werden muss

Wie kann sich das Sozialforum entwickeln? 
Die informelle Struktur – wir sind kein Verein oder Ähnliches – ist vollkommen ausreichend. Verbindlichkeit und Mobilisierung sind die eigentlichen Erfolgsfaktoren. Über den Druck von der Straße und Streiks in den Betrieben wollen wir durchsetzungsfähig für unsere Positionen werden. Daher geht es in den kommenden Wochen und Monaten darum, gemeinsame Leitbilder und Strategien zu entwickeln, aber auch sich gegenseitig besser zu vernetzen und Vertrauen zu schaffen. Gerade darauf freue ich mich.


Bildergalerie Sozialforum Jena (Veranstaltung im Sommer 2020)

Videobeitrag KÜRZUNGEN STOPPEN! Protestaktion in Jena (28.01.2021)

Offener Brief zum Haushaltssicherungskonzept der Stadt Jena (12.01.2021)