Austausch zur „Herausforderung China“ bei ZEISS

28.02.2026 | Unter dem Motto "Chinaspeed für Zeiss?" lud ZEISS zwei renommierte Gäste nach Jena ein. Unsere Vertrauensleute trafen sich mit Chinaexperten Prof. Dr. Martin Allespach und dem Journalisten Felix Lee im Vorfeld der Veranstaltung am 27. Februar.

Ziel war es, sich intensiv mit der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas, dem chinesischen Wirtschaftsmodell sowie der Rolle deutscher Konzerne auseinanderzusetzen – und diese Themen aus gewerkschaftlicher Perspektive kritisch zu beleuchten. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen aktuelle wirtschafts- und industriepolitische Entwicklungen in China sowie deren Bedeutung für international agierende Unternehmen wie ZEISS.

Ein Schwerpunkt war die rasante Transformation Chinas: Vom klassischen Billiglohnland hat sich die Volksrepublik in wenigen Jahrzehnten zu einer globalen Wirtschaftsmacht und zu einem zentralen Innovationstreiber entwickelt. Diskutiert wurden die industriepolitischen Strategien der chinesischen Führung, staatliche Förderinstrumente sowie die gezielte Entwicklung technologischer Schlüsselbranchen.

Die Frage, was das chinesische Wirtschaftsmodell für deutsche Unternehmen so attraktiv macht, wurde ebenso beleuchtet wie die Hintergründe dieser Entwicklung. Dabei ging es auch um die wachsende Bedeutung des chinesischen Binnenmarktes, strategische Partnerschaften und den globalen Wettbewerb um Zukunftstechnologien.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die wechselseitige wirtschaftliche Bedeutung:

  • Warum engagieren sich Unternehmen wie ZEISS stark in China?
  • Und weshalb ist China umgekehrt an Hightech-Unternehmen aus Deutschland interessiert?

Neben Marktchancen und Wachstumsstrategien wurden auch technologische Kompetenzen, Know-how-Transfer und Fragen der strategischen Abhängigkeit thematisiert. Gerade für die Beschäftigten ist dabei entscheidend, welche Auswirkungen internationale Standortentscheidungen auf Arbeitsplätze, Mitbestimmung und Wertschöpfung in Deutschland haben.

Intensiv diskutiert wurden zudem die Risiken für ausländische Unternehmen in China. Dazu zählen politische Rahmenbedingungen, regulatorische Unsicherheiten, geopolitische Spannungen sowie Fragen des Risikomanagements.

Im gewerkschaftlichen Kontext stand dabei im Vordergrund, wie Unternehmen verantwortungsvoll mit diesen Risiken umgehen und wie Beschäftigteninteressen gewahrt werden können. Auch die Frage nach strategischen Empfehlungen im Umgang mit der „Herausforderung China“ wurde aufgegriffen: Diversifizierung von Lieferketten, technologische Souveränität, klare industriepolitische Leitlinien – und eine starke Mitbestimmung.

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