24-Stunden-Warnstreik im Stahlwerk Thüringen

  • 14.11.2022
  • Aktuelles, Tarif, Betrieb

Mit dem ersten 24-Stunden-Warnstreik im Stahlwerk Thüringen stellen wir unsere Kampfbereitschaft eindrucksvoll unter Beweis: Über 85 Prozent liegt bisher die Beteiligung in den Abteilungen, die jeweils in 1½-Stunden-Intervallen zu Arbeitszeitniederlegungen aufgerufen waren. Die Streikaktion begann am Dienstagmorgen um 6 Uhr und geht rund um die Uhr bis Mittwochmorgen. Unsere sorgsam geplante Aktion wirkt sich massiv auf den Produktionsfluss aus.

Unsere Fahne heißt: Stillstand! Heute ist der erste 24-Stunden-Warnstreik im Stahlwerk Thüringen Foto: Horst Martin

„Mit dem 24-Stunden-Warnstreik gehen wir im Stahlwerk erstmals auf diese Eskalationsstufe. Der CSN-Konzern erwirtschaftete in 2021 stattliche Milliardengewinne, das Thüringer Werk steuert herausragende Ergebnisse bei – da gibt es kein Verständnis für Krisengejammer und Hinhaltetaktiken. Alles, was von Arbeitgeberseite bisher auf dem Tisch liegt, führt mittel- und langfristig zu massivem Reallohnverlust und später weniger Rente! Wir sind bereit, wie die ersten Warnstreiks gezeigt haben, für unsere Forderung zu kämpfen,“ so Christoph Ellinghaus, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Jena-Saalfeld. Die Belegschaft hatte sich in Arbeitsgruppen sehr gezielt darauf vorbereitet, wie das auf Hochtouren laufende Werk mit einem Intervallstreik bereits in der Warnstreik-Phase stillgelegt werden kann.

Wir fordern eine Übernahme des Tarifergebnisses aus Stahl-Ost, mindestens eine Erhöhung der Löhne um 200 Euro und eine stufenweise Angleichung der Arbeitszeit auf die 35 Stunden Woche.

Jeder andere flächengebundene Stahlbetrieb in Deutschland zeigt, dass es mit der 35-Stunden-Woche besser geht. Die jetzige Arbeitszeit von 38 Stunden ist kein Vorteil, sondern ein Nachteil. Arbeitszeitverkürzungen reduzieren die Krankenstände, bieten bessere Schichtmodelle und steigern die Aussichten, dringend benötigte Arbeits- und Fachkräfte zu gewinnen. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben die Ungerechtigkeit satt, länger arbeiten zu müssen.

Im Stahlwerk Thüringen in Saalfeld-Unterwellenborn arbeiten über 700 Beschäftigte in vier Schichten sowie im Angestelltenbereich. In den vergangenen Jahren hatte die IG Metall, die in dem Betrieb sehr stark verankert ist, ihre gewerkschaftliche Stärke mehrfach unter Beweis gestellt und gute Abschlüsse erzielt.

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