IG Metall Jena-Saalfeld und Gera
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25.04.2019, 11:04 Uhr

Weil ihr uns 8 Tage klaut! – Warnstreik bei der Präzisionsoptik in Gera Löbichau

  • 10.04.2019
  • Aktuelles

Am Dienstag den 09. April hat die IG Metall Gera die Beschäftigten der Präzisionsoptik Gera (POG) zum Warnstreik aufgerufen. Über 90 Kolleginnen und Kollegen beteiligten sich am Warnstreik und zeigten gemeinsam Stärke vor dem Werkstor.

Die Geschäftsleitung der POG verweigert den Beschäftigten die Annahme des Tarifvertrags „tarifliches Zusatzgeld“ (T-ZUG) welcher in der letzten Tarifrunde Metall- und Elektro zwischen Arbeitgeberverbänden und IG Metall abgeschlossen wurde. Zwar ist die POG kein Mitglied im Arbeitgeberverband, doch werden die Tarifverträge der Fläche für die Metall- und Elektroindustrie in Thüringen durch einen Anerkennungstarifvertrag angewandt.

Der T-Zug gibt Beschäftigten in besonders belastenden Situationen die Möglichkeit zwischen 8 zusätzlichen Urlaubstagen und einem tariflichen Zusatzgeld von 27,5% eines Monatsgehaltes zu wählen. Für die vielen Kolleginnen und Kollegen der IG Metall im Betrieb die schon im Februar letzten Jahres den T-Zug erkämpft haben, sind vor allem die zusätzlichen freien Tage ein toller Erfolg der Tarifrunde.

Zwar hatte die Geschäftsleitung der POG im April 2018 noch signalisiert das man „[…]im Januar 2019 in Tarifverhandlungen zur weiteren Umsetzung des Tarifergebnisses vom 14.2.2018 […]“ treten will, doch das ist offenbar Schnee von gestern.

Die POG verweigert schlicht die Annahme des T-ZUG. Die Kolleginnen und Kollegen bei der POG zeigten mit dem ersten Warnstreik seit Jahren was sie davon halten. Die 8 Tage zusätzlichen Erholungsurlaub für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehen dabei ganz klar im Vordergrund.

Dazu Matthias Beer: „Die POG ist erst vor kurzem in einen neuen Gebäudekomplex hier in Löbichau umgezogen. Die Beschäftigten haben volle Energie beim Umzug gezeigt, jetzt wollen sie auch die volle Umsetzung der Tarifverträge der Fläche, in der Metall- und Elektroindustrie in Thüringen. Die Kolleginnen und Kollegen wollen mehr Freizeit und weniger Arbeitszeit, da ist der T-Zug nur ein Schritt. An der 35h Woche wird auch die POG in Gera nicht vorbeikommen, wenn in Zukunft noch Fachkräfte am Standort gehalten werden sollen. Ich hoffe das der Warnstreik hier bei der Geschäftsleitung Wirkung zeigt. Die IG Metall ist bereit an den Verhandlungstisch zurückzukommen, aber dann muss auch das Angebot für die Beschäftigten mehr sein als nur Schall und Rauch.“

 

 

 


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