IG Metall Jena-Saalfeld und Gera
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21.05.2019, 01:05 Uhr

Pausenaktion bei Getzner Textil in Gera– Tarifverhandlungen Textil Ost in Zwickau unterbrochen – Schlag ins Gesicht für die Beschäftigten der ostdeutschen Textilindustrie

  • 18.04.2019
  • Aktuelles

Am Mittwoch den 17.04.2019 ist die 3. Verhandlungsrunde für die ostdeutsche Textilindustrie in Zwickau ergebnislos unterbrochen wurden. Die Verhandlungskommission der IG Metall hat es abgelehnt über das Angebot der Arbeitgeber zu verhandeln.

Für die Beschäftigten in der Textilindustrie Ost ist die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 37h, so wie bereits in der westdeutschen Textilindustrie in den Tarifverträgen der IG Metall geregelt, der Schwerpunkt der laufenden Tarifrunde.

Die Arbeitgeber wollen die Arbeitszeit in 3 Stufen auf lediglich 38,5h verkürzen, bis zum Jahr 2022. Ab dem Jahr 2025 soll dann über die 37h Woche verhandelt werden. Zusätzlich fordern die Arbeitgeber eine betriebliche Ausnahmequote von 40% aller Beschäftigten im Betrieb die auch in Zukunft 40h/Woche und mehr arbeiten sollen.

Den Beschäftigten im Schichtsystem soll weiterhin die 20-minütige Pause gestrichen werden, allerdings in Stufen, mit 3min weniger bezahlter Pause am Tag, pro Jahr. Als Entgelterhöhung bieten die Arbeitgeber 1,9% in 2019, 1,3% in 2020 und 1,3% in 2021.

Gerade für die Beschäftigten im unteren Entgeltbereich bedeutet das einen realen Verlust im Geldbeutel. Insbesondere die Preise für Energie, Wohnen und Nahrungsmittel sind seit September 2018 rasant gestiegen. Durch die Streichung der bezahlten Pause wäre die effektive Verkürzung der Arbeitszeit für die Beschäftigten in den besonders belastenden Schichtsystemen auf die Woche gerechnet nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dann würden ab 2023 pro Woche 39,25 Stunden gearbeitet werden, aber für 40% aller Beschäftigten bleibt die alte Arbeitszeitmauer bestehen.

Auch bei den anderen Themen: Altersteilzeit, Urlaubsgeld oder der unbefristeten Übernahme mauern die Arbeitgeber. Beim Urlaubsgeld gibt es überhaupt kein Zugeständnis an die Beschäftigten. Die Regelungen zur Übernahme sollen korrigiert weitergeführt, hier weiß allerdings niemand wie diese Korrekturen konkret aussehen sollen. Bei der Frage der Altersteilzeit sollen sich die Beschäftigten der ostdeutschen Textilindustrie an der schlechteren 2% Quote aus dem Westen orientieren.

Wir fordern eine richtige Entgelterhöhung, die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 37h für ALLE im Betrieb und Regelungen zur Altersteilzeit, Übernahme und zum Weihnachtsgeld die sich auch sehen lassen können!

Zeitgleich zu den Tarifverhandlungen in Zwickau hat die IG Metall Gera bei der Firma Getzner Textil Weberei eine Pausenaktion für die Beschäftigten in der Früh- und Spätschicht durchgeführt. Die Kolleginnen und Kollegen der Spätschicht waren fassungslos über das Angebot der Arbeitgeber.

Am 29. April ist die letzte Chance für die Arbeitgeber ein ordentliches Angebot in der Friedenspflicht abzugeben. Ab dem 1. Mai ist die Friedenspflicht vorbei – ab dann müssen sich die Arbeitgeber auf Warnstreiks einrichten. Bis dahin liegt der Ball bei den Arbeitgebervertretern der ostdeutschen Textilindustrie.

Jetzt kommt es darauf an das wir uns vorbereiten und die Diskussionen und Aktivitäten in Betrieben aufrechterhalten.


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